Vor zwei Jahren kämpften sie noch ums Überleben. Das Leder übelebte. Und geht sogar bis nach Japan.

 

Wie man einer drohenden Insolvenz entkommt und ein Geschäft startet, zeigt die Geschichte des Prager Unternehmens, das auch Dank Facebook lebt. "Ich überlegte, ob ich mich erhängen, oder doch lieber die Axt des Gerichtsvollziehers nehmen sollte", erinnert sich heute Roman Tlustý an die schwierigste Phase seines Unternehmertums.

Neben der fast hunderjährigen Maschine stehen Tische mit Notebooks darauf. Diese Halle in Vrsovice ist eine Werkstatt, ein Büro, aber auch ein Showroom mit Verkaufsraum.





Ab Januar werden sie auch eine Webseite auf Japanisch haben

Die Taschnerei Tlustý & Co. ist erfolgreich, ab Januar werden sie auch einen E-Shop auf Japanisch haben. Noch vor zwei Jahren kämfte sie ums Überleben. "Keine Kunden, nur Schulden und Verzweiflung. Der Gerichtsvollzieher wollte mir die Maschinen wegnehmen, ich wollte mich entweder erhängen oder den Gerichtsvollzieher mit einer Axt umbringen", erinnert sich Roman Tlustý.

Es ist kein Geheimnis, dass dieses Erlebnis seine letzten Lebenskräfte weckte. Die Reparatur von Schuhen und Lederwaren für ein paar hndert Kronen finktionierte so nicht mehr. Da schloss er sich mit seinem Freund aus Jugendjahren zusammen, der im IT-Sektor arbeitete. Ivan Petruv, dem heutigen Geschäftsführer. Am Anfang schloss sich auch noch Zuzana Beránková an und zusammen bezahlten sie die Schulden und teilten sich die Arbeit.

Aus dem Keller in neue Räumlichkeiten und zu den Kunden

Sie waren sich einig, eigene Produkte aus hochwertigen Materialien herzustellen. Zu vernünftigen Preisen, in Zusammenarbeit mit anderen tschechischen Handwerkern. "Deshalb tragen wir im Namen das & Co.", ergänzt Petruv. Die Firma zog aus der Gorazdova Straße im Zentrum Prags um und dann noch einmal.

"Am Anfang war es nur ein Gewölbe, wir hatten keine Fenster und keine Aufträge. Wir begannen mit einer Maschine, einer hundert Jahre alten Singer und einem IKEA Tisch" erinnert sich der Geschäftsführer. In der Ecke der Halle stehen die Zuschneider. Das sind die Jungs, die mit den großen Lederstücken in verschiedenen Farben arbeiten: "Ist das Orange?" - "Das ist ganz klar Ajax." Die Kollegin lacht über die begrenzte Farbwahrnehmung der Jungs. Allerdings ist wichtig zu erwähnen, dass das Unternehmen alle Produkte gerade für Männer herstellt.

Ohne Zwischenhändler bleiben die Preise niedrig

Wie geht es diesem Berufszweig, der bei uns zusammenbrach und hier auch kaum noch Zulieferer findet? "Wir bemühen uns, ihn wiederzubeleben. Das Leder beziehen wir zum Beispiel aus der letzten Gerberei hier in Vsetínsko", erklärt Petruv. Der Erfolg des Unternehmens liegt laut ihm vor allem in der Umsetzung der Idee "Das kann man im Laden nicht kaufen".

"Das ist unser Trick, Dank dem unsere Produkte auch erschwinglich sind. Wir verkaufen unsere Produkte nicht über verschiedene Händler", erklärt Petruv die Strategie, die sich gegen die Geschäfte wendet, die die Lederprodukte zu einem viermal höhren Preis als dem Einkauspreis verkaufen. Der Prager Taschnerei half aber auch Facebook, nach zwei Jahren haben sie zwanzigtausend Fans.

"Was wir machen, nenne ich die Strategie des gerade Rückens und der stolzen Stirn. Die Leute empfehlen uns weiter und wie bei einem Schneeball der Schnee, kommen immer mehr zu uns. Sie mögen die ehrliche Arbeit und die Möglichkeit, das Aussehen des Produktes mitzubestimmen", sagt Petruv. Bestellungen kommen schon aus der ganzen Welt. "Und dabei haben wir damit noch gar nicht angefangen", lacht der Geschäftsführer.

Quelle: http://www.metro.cz/jeste-pred-dvema-lety-bojovali-o-preziti-kuze-pro-chlapy-ale-prezila-a-pojede-i-do-japonska-gse-/praha.aspx?c=A141120_092548_co-se-deje_jbs

Asien hat keine Chance, aber Japan

Vor zwei Jahren machten sie den Plan, heute kaufen sie nur hochwertige Materialien und nähen ausschließlich in Tschechien

 

  • Sie lehnen eine billige Produktion in Bangladesch und anderen asiatischen Ländern ab. Stattdessen arbeiten sie mit Leuten aus Trebice, Südmähren und Karlsbad zusammen.

  • „Wir stellen alles so her, dass wir eine lebenslange Garantie darauf geben können und eine Reparatur unserer Produkte anbieten“, sagt der Geschäftsführer Ivan Petrův.

  • Mit einem asiatischen Land arbeiten sie aber doch zusammen - und zwar gerne! Schnallen für Gürtel und Karabiner kommen zum Beispiel auch aus Japan. Aber die beziehen wir auch von einer tschechischen Firma, wie vor hundert Jahren aus Messing. Auch wenn die zehn Mal teurer sind als die heute aus Zink", sagte er.